Archiv für August 2013

NPD Flagschiff versenken!

… do it again!

Am Donnerstag dem 15sten August will die extrem Rechte NPD mit ihrem Brummer durch die Republik touren, u.a. Osnabrück und Münster sind die Ziele dieser Depp*innen, diese Tour gilt es sturmreif zu schießen, das Flagschiff zu versenken und die NPD-Landratten Kiel holen zu lassen.

Also alle Mensch aus NRW macht euch auf zu den Gegendemonstrationen, auch alle anderen sind natürlich eingeladen – sind ja eh schon im Bundesland, vor dem Sieg in Bochum noch schnell gegen die Nazis punkten!

Für Osnabrück wurde noch keine Uhrzeit und kein Ort bekannt gegeben, Infos erhaltet ihr hier.

In Münster hat die NPD von 15 – 18h angemeldet und will auf dem Prinzipalmarkt gastieren. Das antifaschistische Kein Meter-Bündnis hat eine Kundgebung um 14h auf dem Prinzipalmarkt angemeldet. Beteiligt euch an den Protesten.
Mehr Infos erhaltet ihr bei der Antifa Münster oder Kein Meter Bündnis – aktuelle Infos natürlich über Twitter

siamo tutti antifascisti!

Pokal aus: SC PrOIßen Münster – FC St. Pauli

… endlich mal ein „Heim“spiel! Einige unserer Mitglieder wohn(t)en in der beschaulichen westfälischen Metropolenamens Münster, weswegen diese mit besondere Vorfreude auf das Pokalspiel gegen den SC Preußen Münster vorausblickten. Schon bei der Auslosung, am Tag vom Südkurven-Pokal – Tunier, waren wir einigermaßen erleichtert mit dem SC Preußen Münster einen Gegner gefunden zu haben, der spielerisch eine Herausforderung ist – dafür aber anfahrtstechnisch (für uns – hehehe voll das Partikularinteresse) weniger.
Aber scheinbar liegt uns entspannen nicht so sehr und nachdem, über einige Kontakte, wir von der wunderbaren G.A.S. angefragt wurden, diese in Münster zu verköstigen, haben wir uns direkt in die Vorbereitung eben jenes Spektakels gestürzt. Erstmal wurde eine geeignete Niederlassung gefunden, eine Räumlichkeit zum Grillen und Trinken, aber noch in direkter Nähe zu einem erfrischenden Nass – dem Dortmund-Emskanal, Münsteraner*innen wissen natürlich, dass im Aasee schwimmen keine Option ist.
Dann wurden noch Formalia erschlichen, wieviel Bier brauchts eigentlich für so eine Bus-Besatzung von G.A.S. / G.M.S. / Punkrock St. Pauli / Ostblock und co. ? Die Antwort: eine Menge, also wurde dies auch angekarrt. Grills wurden besorgt und natürlich noch Salate gemixed uns Saucen kredenzt – am Ende noch einen extra Liter Wasser in den Dortmund-Ems-Kanal, wir scheuen ja keine Kosten und Mühen für diese sympathischen Gäste ;) . Man könnte also sagen, am Samstag stand alles für den wunderbaren Umtrunk siamo tutti, tutto paletti also. Eingeladen wurden natürlich auch noch andere Gruppen aus NRW und so bot die Sankt Pauli Mafia auch prompt ihre tatkräftige Hilfe an und was noch besser war, die kamen auch zahlreich. Vor allem von Vorteil für uns, weil die Hamburger Busse sich aufgrund von Staus und anderen Verkehrswidrigkeiten verspäten sollten, sonst hätten wir ganz alleine dar gestanden, so wurden wir aber danksei der Sankt Pauli Mafia, Freund*innen vom RSC Osnabrück und Les sans goûts gut unterhalten und es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Grills dann angeschmissen wurden. Dieser köstliche Geruch stieg scheinbar bis zu den Hamburger Bussen durch, denn jene drückten nochmal mehr auf die Tube, um ihr Vleisch auch auf die Grills zu verteilen zu können und natürlich mit den Leuten da zu chillen. So hatten wir tatsächlich bei angenehmster Atmosphäre bald full house und es wurde geschnackt, getrunken und gegessen. Alles ein bisschen in Zeitraffer-Geschwindigkeit, denn die Verspätung sollte sich ja nicht auf den Anstoß übertragen. Zu unserem Glück fanden wir noch ein Plätzchen im Bus der G.A.S. Und konnten sogar auf „der Brücke“ der Stimmungs-Enterprise unsere Qualitäten als Navigator unter Beweis stellen. Ganz im Ernst an dieser Stelle, wo findet man so einen duften Bus-Fahrer? Der Typ wurde mit zig-tausend Dezibel singender Menschen beschallt, sang’ teilweise mit, oder kommentierte das Gesungen humoristisch und war auch sonst scheinbar eine absolute Granate!

Am Stadion angekommen, bzw. am Gäste-Eingang wurden erstmal unsere Tapeten inspiziert, ob sich darin ein*e Links- oder Ausländer-Extremist*in versteckt hätte. Auf die Unsinnigkeit angesprochen meinte der Ordnungsdienst, sie würden ja nur kontrollieren, ob da nichts zu extremes drin stehen würde – „Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit“ wäre also evtl. nicht mit ’rein gekommen. Auch ist die Annahme nicht ganz abwegig, dass die Tapeten ihren Weg nur ins Rund gefunden haben, weil der Ordnungsdienst, diese nicht verstanden haben – Aufklärung scheint denen wohl weniger eine politische Forderung, als mehr nur eine Kolumne in einer Jugendzeitschrift zu sein.
Weil es grad so schön passt, warum wird das Sommerloch nicht mal gestopft, in dem die vom SC Preußen Münster herausgegebene Stadionordnung kritisiert wird und ihr absurden Ausschlußkriterien. Copy/ paste Abschrift vom Verfassungsschutzbericht, diese Gleichsetzung von Linker Politik mit den Mord-Exzessen und deren Propaganda der extremen Rechte ist doch eigentlich das Unerträgliche. Welche Relevanz hat denn der Ausländerextremismus gesellschaftlich und wo agitieren (in ähnlichem Niveau der faschistischen Idiot*innen) die in den Kurven? Man fragt sich, wissen die Verantwortlichen überhaupt, was man unter den Begriffen zu fassen hat, oder sind das eben nur jene wiederholten und oft kopierten hole Phrasen des Verfassungsschutz? Das ist tatsächlich ekelhaft! Das bei einem Verein, der scheinbar kein Problem hat mit sexistisch-auftretenden Fanclubs (als Beispiel sei hier die „Punzengarde“ genannt – „Punze“ ist das münstersche Vulgärwort für das weibliche Geschlechtsorgan), sexistischen/ homophoben Spruchbändern, etc.

+++ Exkurs Anfang +++
Oder auch mal an die ganzen Kritiker*innen von Ultrà Sankt Pauli gefragt, sind dass Sachen die eine demokratische Gesellschaft tolerieren muss? Die Leben ja nur ihr Fansein aus? Diese Forderung nach Toleranz ist selbst schon ideologisch geworden. Wir brauchen keine tolerante Fanszene, wir brauchen eine klare Absage an Faschist*innen, Sexist*innen, Rassist*innen, homo- / transphobe Idiot*innen und (deren) autoritären Strukturen. Die Frage ob man tolerant sein muss gegen Polizist*innen stellt sich daher auch nicht, diese Person darf keine Informationen erlangen über Gruppen und Einzelpersonen, die sich punktuell/ teilweise gegen bestimmt Normen dieser autoritären Strukturen auflehnen. Es ist eben nicht das Gleiche wie Faschismus / Rassismus / etc. nur gegen eine Berufsgruppe gewendet. Einmal ist die Berufswahl frei, man entscheidet sich aus freien Stücken (im Rahmen der Gesetze des Arbeitsmarktes natürlich) und hier ja auch zugegebenermaßen mit einer Überzeugung einen bestimmten Beruf anzunehmen (hier als „gutes tun“ begründet), nicht durch (äußere) Zuschreibungen / Zwänge / Machtverhältnisse findet der Ausschluss statt, wie Jüdin/Jude zu sein, Rom oder Sinti, Schwul, Muslima, Schwarz, POC, etc. Zweitens sind gesellschaftliche Phänomene, wie Faschismus und Rassismus, nicht ein Problem der Toleranz, sondern sind Probleme der ökonomischen Ungleichheit (der Verweigerung von bestimmten Berufen und Qualifikationen), der sozialen Ungleichheit (der Einschränkung von Kontakten und Aufenthalten), der politischen Ungleichheit (dem Ausschluss von Wahlen, demokratischer Willensbildung in Parteien und Verbänden, etc.). Der Polizist, steht nicht vor der Frage wie er sein Leben weiter reproduziert, durch die Äußerungen von USP – er steht in Lohn und Brot, welches ausreichend ist und rechtlich abgesichert ist und profitiert in diesem Fall evtl. sogar von den gesellschaftlichen Ausgrenzungsmechanismen, hatte vielleicht sogar keine sonderlichen Probleme gehabt durch die Schullaufbahn zu kommen, um die notwendige Qualifikation für seinen Berufswunsch zu erhalten. Der Polizist hat keine Einschränkungen in seinem sozialem Umfeld hinzunehmen, wie die freie Wahl des Wohn- und Lebensumfeldes, kommt Donnerstags Abends vermutlich ohne Probleme an den Türsteher*innen in der Disko vorbei, wird nicht von den Kolleg*innen vermutlich nicht am Bahnhof nach den Papieren gefragt und anschließend „gefilzt“. Der Polizist hat die Möglichkeit sich in Parteien und Verbänden zu organisieren, im Turnus von X Jahren ein „X“ vor einen Namen und/ oder eine Partei zu setzten um sich angemessen vertreten zu fühlen. Menschen die diese Vorzüge nicht genießen tun das nicht nur nicht, weil man ihnen keine Toleranz gegenüber bringt, sondern weil die gesellschaftlichen Verhältnisse ihnen das unmöglich machen und diese sich klar, quasi materiell, juristisch, politisch, ökonomisch und sozial so ausdrücken. Toleranz sollte nichts sein was man sich auf die Fahnen schreibt, im Zweifelsfall zementiert man somit nur das „Anderssein“ – die Forderungen bleiben: Freiheit (im Anderen), Gleichheit (im Besonderen) und Geschwisterlichkeit (im solidarischen Miteinander). Natürlich stellt damit niemand in Frage, dass die Person nicht total nett und liebenswürdig wäre oder sein kann – dass sie keine Freund*innen haben darf, oder sonst was – ist halt auch „nur“ ein Beruf den es auszuüben gilt in den derzeitigen gesellschaftlichen Verhältnissen. Aber eben kein Beruf, mit dem „einfachen“ Widerspruch von Kapital und Arbeit – sondern der im Widerspruch zu dem steht, was man mit einer befreiten Gesellschaft meint und der sich darauf vereidigt, keiner anderen Gesellschaft dienlich sein zu wollen, als jene die sich im Status quo abzeichnet. Polizei ist sozusagen die Charaktermaske, die sich hinter einem Visier verbirgt. Ebenso hätte ich kein Problem damit wenn der Münster Tatort-Bulle die Kurve hätte verlassen müssen – erst Recht, wenn er auf die grandiose Idee kommt da drehen zu wollen (Link). Aber genug dazu, et war ja auch noch sportlich!
+++ Exkurs Ende +++

Alles in allem keine gute Vorstellung der Equipe, die sich Heute in Schwarz präsentieren sollte. Auch der himmelblau gekleidete Tschauner patzte einige male ziemlich erschreckend, auch wenn er auf der Linie eigentlich eine gute Figur gemacht hat, aber die Vorstöße und die Sicherheit im 16ner waren nicht überzeugend und gekennzeichnet durch einige Schlitzern. Dass der SC Preußen Münster keine einfache Aufgabe war, dazu brauchte es nicht mal eine Scouting Abteilung – im Vorjahr fast aufgestiegen, Werder Bremer bei Rekordhitze das Leben zur Hölle gemacht und einer Stand dafür programmatisch: Matthew Taylor. Meine Prognose zur letzten Saison war noch, im Falle des Nicht-Aufstieg des SC Preußen Münster, macht der alleine den Sprung in die zweite Liga, falsch gedacht. Aber eben jener besagte Matthew Taylor, trug auch die St. Paulianische DFB-Pokal Hoffnung zu Grabe. Dieser kam in der 31. Minute frei stehend zum Schuss und ließ sich nicht zwei mal bitten. Ob das nun im Vorfeld ein Foul-Spiel war, habe ich bisher immer noch nicht durchschaut – beim Spiel selber natürlich noch hitzig gegen diese Nicht-Entscheidung gepöbelt, auch tut mir das bisher nicht Leid, ein Praktikumsplatz steht dem Schiri auf jedenfall besser als eben diese Berufskleidung. Aber Münster hat den Sieg nicht nur mitgenommen, weil sie Matthew Taylor haben, auch die anderen Münsteraner Spieler sind durchaus gefährlich, z.B. der „Osna-Schreck“ Karra und Grote zeigten spielerische Qualitäten die unsere braun-weiße Elftal vermissen ließ. Schon vor der 60. Minute hatten wir zwei von drei Wechseln durchgeführt und Besserung wurde damit auch nicht erreicht. Auch wenn viele Konter stark ausgeführt wurden, verebbten diese häufig im, oder kurz vor, dem generischen 16-Meter Raum – keiner der Kiezkicker traute sich zum Abschluss, bzw. einmal hatte Thy das Pech nur gegen den Pfosten zu hämmern. Boll kassierte noch eine Strafe für Motzen, so weit ich das sehen konnte, und das gehörte schon zu den Highlights unseres Spiels. Keine Leistung auf die ich jetzt spezifisch sehr Stolz wäre, oder das Gefühl gehabt hätte verdient verloren zu haben – auch keine Leistung wofür ich den Spielern aber die Pest an den Hals wünschen würde, auch wenn Unmut nachvollziehbar ist. Vielleicht ist die Gutmütigkeit auch nur darauf zurück zuführen, dass das Leben in Münster ein wenig abgefärbt hat und man den Münsteraner*innen einen weiteren Ausflug im Rahmen des DFB-Pokal dann doch gönnt wurde.

In der Halbzeitpause präsentierten wir dann auch die von uns angefertigten Tapetten, die sicherlich für Auswärtige für ein wenig Verwirrung sorgen könnten. Zu lesen stand da:

1. „Wimber absetzen“

2. „17. BPH auflösen“

3. „Polizeigewalt aufklären“

(Fotos sollen noch nachgereicht werden)

Zur Erklärung müssen wir da kurz ausholen: Wimber ist der Münsteraner Polizeipräsident, dieser hatte den Polizei-Einsatz gegen die Antifaschist*innen am 3.3.12 vorbereitet und koordiniert. Nicht nur indem er Medienwirksam jede Form von Gegenprotest (z.B. zivilen Ungehorsam) kriminalisierte (Info), sondern auch durch Versprechungen an die Faschist*innen eines reibungslosen Ablaufes ihrer Veranstaltung machen in untragbar und unerträglich. Selbst Anwohner*innen des Viertels wurden durch seine Einsatzkräfte drangsaliert, schikaniert, eingeschüchtert und bedroht -dies gipfelte in der Auflösung einer 90sten Geburtstagsfeier durch die Polizei-Einheiten und das die Anwohner*innen sich nicht darauf verlassen konnten körperlich unversehrt zu bleiben, durch die Polizist*innen. Verantwortung für diese Eingriffe und sein Handeln hat er und haben die Verantwortlichen bis Heute nicht übernommen. Auch das ihm der Dank und Applaus von bekennenden Faschist*innen entgegengebracht wurde scheint kein Umdenken bei ihm zu veranlassen.
Infos:
Pressebericht: Münstersche Zeitung
Indymedia
Westfälische Nachrichten

Die 17. BPH ist die Münsteraner Einsatzhundertschaft, welche mittlerweile durchaus bundesweit bekannt ist und nicht gerade zimperlich Auftritt. Ebenfalls am 3.3.12 eingesetzt schlugen sie einen Gegendemonstraten bewußtlos und nahmen lebensgefährliche Verletzungen der Person billigend in Kauf. Grund der Festnahme war der angeblich vorangegangen Flaschenwurf der Person. Nur durch Zivilcourage von umstehenden Personen ließen die Polizist*innen von ihr ab, die Person musste noch Vorort von einer Notärztin intubiert werden und kam für mehrere Tage auf die Intensivstation. Polizeipräsident Wimber sah sich in Zuge dessen dazu genötigt sich schützend vor seine Knüppelgarde zu stellen und veröffentlichte Details über die Lebenssituation des, zu dem Zeitpunkt noch auf der Intensivstation liegenden, Opfer. Noch am selben Abend des 3.3. gab es eine Solidaritätskundgebung für das Opfer und gegen Polizeigewalt im allgemeinen, diese wurde von der 17. BPH begleitet und auch abgebrochen.
Infos:
TAZ
Zeit Blog
Recklinghausener Zeitung
Soli-Demo in Hamburg
Offener Brief der Anwohner*innen
Bericht Antifa Linke Münster

Leider ist es trotz der Heftigkeit dieses Gewaltexzesses seitens der Polizist*innen kein bisschen anders als mit der üblichen Polizeigewalt, dass Verfahren gegen die Polizist*innen wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt, während die verletzte Person verurteilt wurde. Diese Anonymität und fehlende Strafverfolgung ist eine der Eckpfeiler der autoritären Strukturen im Polizeidienst und sollte durch Kennzeichnung, unabhängige Kommissionen und konsequenter Strafverfolgung vorgebeugt werden. Die Polizei hat nicht das Gewaltmonopol und darf keinen staatlichen Prügelauftrag bekommen. Daher für die Aufklärung von Polizeigewalt.
Infobroschüre der Antifa Linken Münster

Die vierte und letzte Tapete von uns war: „Gegen deutsche Idealisten (MEW 1 und 3)“ (Bild)

Verlangt wohl auch nach ein bisschen Licht in der Dunkelheit. Einer der, oder der deutsche Idealiste ist der Philosoph F. W. Hegel. Hegel ist aber auch münstersche Slang für eine*n Idiot*in, daher haben wir mal die Münsteraner Sprache antizipiert und wenden uns mit den MarxEngelsWerken 1 (Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie) und 3 (Kritik der deutschen Ideologie) gegen diesen doch sehr deutschen und preußischen Geist. Passend dazu auch ein Sprechchor „Nie wieder Preußen“ – oder Bitte frühstens in 6 Jahren wieder.

Auch die Preußischen Fans hatten Tapeten vorbereitet, diese waren aber zu 90% homophobe und sexistische Beleidigungen gegen die Anhänger*innen des FC St. Pauli. Echt erschreckend und total eckelhaft. (Infos gibt es hier: Fussball von Links) Im nach hinein haben wir uns dann doch geärgert die letzte Tapete nicht doch noch vorbereitet zu haben, weil wir dem SC Preußen Münster scheinbar zu freundlich gesonnen waren.
Diese wäre gewesen: „Nur Erika Steinbach glaubt noch an den Aufstieg von Preußen“.

Im Auswärtsflyer von USP wurde ja schon kurz über die Fanszene des SC Preußen Münster aufgeklärt, diese teilt sich in unterschiedliche Lager und u.a. in zwei Ultrà-Gruppierungen, wovon die Deviants sicherlich die sympathischsten sind und auch ganz coole Aktionen organisieren und durch gute Choreographien Akzente setzen, u.a. das Rauch-Intro beim Pokalspiel, die Tatort Stadion 2 Ausstellung in Münster organisiert, Aktionen für die Obdachlosen Zeitschrift „Draußen“, etc. Daher soll dies jetzt nicht als Diss gegen alle Anhänger*innen des SC Preußen Münster gelten. Aber dass das Großteil der Fanszene sich an solche Spruchbänder nicht stößt spricht eben Bände, dass diese anderen Fans dann auch mit eben jener Gruppe „Scheiß St. Pauli“ intonieren, ist erschreckend Geistlos und man fragt sich ernsthaft wie da so etwas wie Denken wieder angeregt werden könnte. Leider hat man von den Deviants nicht viel gehört und durch das ausverkaufte Stadion geht die verhältnismäßig kleine Gruppe dann doch einige male unter, allerdings können sie sich durch ihre großen Schwenkfahnen und einhacken-hüpfen Aktionen doch gut bemerkbar machen und gegenüber dem Event-Publikum abgrenzen. Auf Fotos gefällt mir immer der schlichte weiße Doppelhalter von den Deviants am besten mit der Schreibschrift „für immer frei“.

Unser Support hatte auch einige male zu leiden, an der Hitze, an dem Eventpublikum, evtl. sogar an der schlechten Stimmung zwischen den Foren-Mitgliedern ;) . Somit hielten auch wir nicht immer das Top Niveau. Allerdings war Münster in dem Sinne ein Rekord für mich, als das ich zuvor noch nie so häufig den Schrei „Fahne ’runter“ gehört habe und auch angesichts des Pegels von einigen Party-Paulis schienen mir Rekorde nicht unwahrscheinlich. Der Wechselgesang mit der Haupttribüne war auch ganz amüsant und sicherlich gab es auch einige Höhepunkte bei uns gesanglich zu verzeichnen. Wir hatten auch das Glück auf der Schattenseite des Stadions zu sein und somit nicht ganz so krass unter der Sonne leiden zu müssen, wie beispielsweise in Karlsruhe. Man sollte sich evtl. auch mal darüber Gedanken machen wie man mit dem Material umgeht, welches von USP verteilt wird – die ersten 10 Minuten schaffen wir es immer ein super gutes Bild abzugeben, aber dann legen die meisten die Fahnen auf die Stufen der Tribüne und die werden nicht mehr oder kaum eingesetzt – man könnte in dieser Hinsicht sicherlich ein noch besseres Bild abgeben! Auf das der Block in den Vereinsfarben erstrahlt!

Nachdem Spiel schlichen wir uns wieder zum Treffpunkt, denn der galt aufgeräumt zu werden! Top „Auswärts“fahrt und die Spuren davon zeichneten sich auch an den Grills und der Umgebung ab. Für uns war es auf jeden Fall ein großartiges Fest und wir haben uns sehr gefreut mal in der Rolle der Gastgeber*innen für die St. Paulianer*innen zu sein und etwas von dem zurückgeben zu können, was diese für uns und die Fanszene so alles auf die Beine stellen. Wir haben uns köstlich amüsiert und bedanken uns noch mal ausdrücklich bei allen die geholfen haben und allen Gästen, nur durch und mit euch war es ein solch berauschendes Fest! Jederzeit wieder!

Auch schallte es doch noch länger am Kanal optisch untermalt „Europapokal“ und es waren nicht die Münsteraner*innen!

Vielen dank nochmal an alle die mit uns gefeiert, getrunken, gegessen und supportet haben.

Spielberichte:
Übersteiger
Breitseite
magischer <3 FC
Nachdem Pokal aus: Try to Keep calm and follow St. Pauli.
Auch ein herzliches Willkommen an alle unpaulitischen Preußen.