Heimspiel: FC St. Pauli – Paderboring.

01. April 2013 | 20.15h | Millerntor St. Pauli

FC St. Pauli vs. PaderBauern.

Pottverdekke dieser Montag!

Montagsspiele sind eh für die meisten ein Graus, wenn man dann noch an einem Feiertag spielt – dem Hasenfest, ist dies immer noch ein wenig ätzender. Überfüllte Bahnen, 400 Km bis zur Stadt mit dem geliebtem Viertel und ein Publikum das mit “Hmmmrpf” noch ganz nett kommentiert wurde, Highlight auf der Anreise war sicherlich der Typ mit dem “Onkälz 4 immer”-Tshirt an und nein er hatte keinen Humor!
Auf St. Pauli angekommen, wurde sich erst einmal gestärkt, bevor man sich zum schnacken und Karten abholen am Fanladen mit Gleichgesinnten getroffen hat. Den Kiezkicker und die Basch erstanden (die auch die Einleitung zu diesem Bericht insperierten). So weit so schön.
Es zog uns auch recht zügig ins Stadion, galt es ja den neusten Merch von Ultrà Sankt Pauli zu ergattern, immer wieder großartig was die Menschen von USP sich einfallen lassen.
Besonders freute ich mich auf die Choreo gegen Homophobie, die ja schon allen Stadionbesucher*innen Wochen im voraus bekannt hätte sein müssen. Gerade aus den Erfahrungen so mancher Auswärtsfahrt mit schrägem Paddiiii-Pauliii-Publikum hat mir dies zur Herzensangelegenheit gemacht und aufrichtiger Dank an alle die an der Vorbereitung beteiligt waren, Zeit, Mühe und Geld investiert haben. Das Gesamtbild sah wirklich klasse aus (Fotos gibts schon bei USP), auch wenn die Choreo ein bisschen unter dem Wahnsinn der Zeichen des DFB zu leiden hatte. Dieser hatte sich überlegt, dass für Kinder problemlos erwerbbare Wunderkerzen, in den Händen von “Problemfans” auf wundersameweise zu kindeswohlgefährdenden Fackeln mutieren. Die Empörung war vorprogrammiert und so fanden sich zahlreiche Sympathisant*innen des Stäbchen mit Bariumnitrat, Aluminium und Eisenpulver. Gemeinhin auch als: Hooligans bekannt, die Familie O’Hooligan erfand’ ja eben solche Stäbchen um im Pub für Erheiterung zu sorgen. Eigentlich nicht viel zu zusagen, etwas stinkend Normales wurde zum Sicherheitsrisiko und man konnte Rebell sein mit was stinken Normalem – eigentlich. Wir sind gespannt auf die Reaktionen: hat der DFB jetzt Sternenleser*innen organisiert um evtl. ein organisiertes “ACAB” erspähen zu können und damit die Strafe von 28.000 neuen Stadionverboten legitimiert, so wie den Zwangsabstieg in die friesische Boßeln-Liga und eine Geldstrafe die den Euro-Jackpott-Gewinnenenden arm aussehen lässt. Irgendwas wird sich schon finden lassen und dann zeigen hoffentlich alle auch Zähne.
Zurück zur Choreo! Einfach nur großartig! In der Mitte der Süd das Alerta-Banner und drum herum Mini-Versionen in den Regenbogenfarben und coole Banner auf der Gegengrade.

Die erste Halbzeit nüscht! Fußball halt! In der Halbzeitpause fiel mir erstmals auf was ich Heute so vermisst habe, den Blick auf den Hamburger Dom von der Süd aus, ein bisschen Schade das – auch wenn mir die braun-weissen Supporter*innen als Anblick natürlich mehr gefallen. Erwähnenswert war ja wohl das 101. Tor unserer #9! Herzlichen Glückwunsch dazu und alle Beteiligten sahen sehr gut aus, schönes Zuspiel, sehr schöner Abschluss. Ich würde sagen, der Großteil der Chancen war auf unserer Seite und auch dominierte die magische Elftal das Spiel weitesgehend. Dumm nur das wir im Anschluss direkt wieder einen eingefangen habe, bitter, unnötig, Scheisse!
Sonst in der zweiten Halbzeit nicht viel Veränderungen, ich würde das Spiel als mittelmäßig bezeichnen, eher durchwachsen und keines der beiden Teams überzeugte wirklich. Weh tat natürlich das 1 – 2. Vor allem weil unsere Ex-Spieler, jene waren, die Tschauner ausspielten, Naki vorbereiten und Saglik sogar mit dem Abschluss. Aber für mich noch kein Grund den Spielern die Pest an den Hals zu wünschen. Auch wenn der kleine Verschwörungstheoretiker in mir schon angekündigt hat, Naki stand beim aufwärmen auch häufig am Kasten von Tschauner ‘rum, der wollte doch nur das das normal ’rüber kommt, als gehöre er noch dazu und dann zack is’ er drin, muss man wissen! Was noch weh tat, war bestimmt der Ball den Schachten nach einem Freistoß gegen die Birne bekam, der zeigt aber auch wirklich bei jedem Spiel Einsatz – in guter Facebook-Manier sag‘ ich mal: gefällt mir!

Aber vergessen werden darf nicht, dass diese scheinbar langweilige Halbzeit 2 Geburtshelfer war für einen Mythos war. 1 – 2 liegt St. Pauli vor heimischer Kulisse zurück, bei einem Konter stoppt Tschauner weit vor seinem Kasten den verhinderten St. Paulianer Naki. Dann 90. (!!!) Minute Eckball, vollkommen aus dem nichts kommt Tschauner in den Paderborner Strafraum, bekommt die Pille mit dem Kopf, netzt ein und wird vor der Süd von feiernden Mannschaft-Mitglieder zu Boden getackelt. Auch wir auf der Tribüne fliegen einige Stufen nach vorne in einem großartigem Menschenmeer! Diese Nummern werden für immer dem FCSP gehören: Rückennummer 13, Zweitligaspiele 100, Minute 90, Tore 1 – Ein Name: Tschauner!
Über viel anderes braucht man nicht reden, das Spiel wurde über die Zeit gebracht, Ende!

Was der Trainer dazu zusagen hat? Macht ihn meiner Meinung nach einfach nur sympathisch! (Interview)

Danach wurde weiter an Fabeln gebastelt: Tschauner in den Sturm und Bene in den Kasten und dann stoppt uns nüscht mehr!

Danach gab’s nicht viel: Feiern, Flausen und Fanladen! So schön kann Montags doch noch sein!

Was gab’s noch:
- Bayern demontiert den Vorstadtverein! Auf jeden Sticker von denen schreib’ ich jetzt 9:2! -> Dies hing auch deutlich sichtbar an unser aller lieblings Louge!
- am 5. April gibt es noch die Info-Veranstaltung im Fanladen zum Aktionstag gegen Homophobie (Info).
- Alle nach Dresden!

Weitere Berichte:

Magischer FC
Nr. 13
In den Sinn gekommen! Top Artikel!

Besten Dank an unsere Freund*innen von Les sans goûts, der Vivacious Antifa! -> support your local Antifa!
Und allen Menschen die an diesem Tag unverzichtbare helfende Hände waren!

Zu guter Letzt, Werbung:

Die großartigen Punkers von Notgemeinschaft Peter Pan und Contra Real gastieren in NRW und wir haben das große Vergnügen diese Tour in Düsseldorf mitzuveranstalten!
Also:

20. April 2013 | AK 47 Düsseldorf | 20h | Support: Stammheim Cocktail

und wer nachdem Auswärtsspiel gegen Bochum noch Zeit hat kann diese auch in Münster bestaunen.

19. April 2013 | Baracke Münster | 20h | Support: Scheisse!

Wir freuen uns jedenfalls auf die Bands und einen gelungenen Abend und sicherlich auch, euch dort zu sehen!

… und: Fotos von der Fahrt nach Meppen findet ihr bei den geschickten Fotograph*innen der Sankt Pauli Mafia


4 Antworten auf „Heimspiel: FC St. Pauli – Paderboring.“


  1. 1 Zaphod 03. April 2013 um 12:21 Uhr

    Ähm. Erste Halbzeit? Da fielen keine Tore ;)

    Haben wir umgehend korrigiert, Danke! Es wurden die Notizen durcheinander geworfen ;) Merci nochmal! Und es hat sich niemand mehr so richtig an die erste Halbzeit erinnert scheinbar :D

  2. 2 lieb' doch wen du willst! 03. April 2013 um 12:22 Uhr
  3. 3 Ist gut und gerecht 04. April 2013 um 1:48 Uhr
  1. 1 Kerzengerade gemacht: Torwartwunder und Anti-Homophobietag beim Heimspiel #FCSP gegen Paderborn | KleinerTods FC St. Pauli Blog Pingback am 03. April 2013 um 13:42 Uhr
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