Auswärts: Union Berlin – FC St. Pauli (4 -2)

15. März 2013 | alte Försterei

Wenn der Wecker viel zu früh am Morgen klingelt, dann machen sich einige Siamo Tuttis auf den Weg nach Berlin und zwar mit dem illusteren Quer-Durchs-Land-Ticket. Zwei mal durften wir dabei Melle passieren, warum auch immer und diverse Traumstädte Deutschlands. So zum Beispiel auch die Idylle Magdeburg, zumindest für die heimische Spezies Nazi, derer wir gleich 5 trafen. Neben diesem Amüsement zeigte sich besonders die Hasenausstellung im Magdeburger CityCaré als Tourist*innen-Attraktion – dargestellte wurden dort Hasen und Hasinnen im Gewand von Popstars (oder anders ‚rum) ist ja auch das Hasenfest, sollte man nicht vergessen…!
Aber nach 8 Stunden erreichten wir die Stadtgrenzen Berlin und nach einer weiteren war man dann im Herzen der Stadt, ja so groß ist die Bestie. Mit unseren Reisgefährt*innen von les sans goûts machten wir uns dann auch schleunigst auf den Weg in die „alte Försterei“. Einige St. Pauli – Anhänger*innen sangen sich schon ein, konnten aber von einem einzelnen Unioner immer wieder übertönt werden, der hätte jeder Death-Metal, oder Crust-Band die scharmesröte ins Gesicht getrieben… Hinter einer riesen Mall, trafen wir auf fiese Unioner die irgendwie ein Problem mit „Paulis“ zu haben schienen, aber einfach ignorieren war die beste Lösung. Am Stadion mussten wir noch die Kontrollen genervt über uns ergehen lassen, bevor wir uns gute Plätze ergattern konnte und die ersten bekannten Gesichter begrüßen durften. Eine Autobesatzung quetschte sich dann kurz vor knapp noch zu uns auf die Ränge.
Insgeheim hatte ich nicht viel Hoffnung das Spiel zu gewinnen und offen gesagt ich hatte sogar gegen den magischen FC getippt. Wobei hier noch einmal kurz das neue Konzept erläutert werden sollte, das schlimmste Tippen, das beste Hoffen!
In meinen Augen hat Berlin weite Strecken das Spiel dominiert und viele gut gedachte Aktionen vom FC St. Pauli wurden verstoltert, Päße kamen nicht an, einige Spieler beschlossen das Laufen lieber sein zu lassen und noch andere Kleinigkeiten stimmten nachdenklich, ob die 3 Punkte hier eingesackt werden konnten. Vor allem weil Union kein dankbarer Gegner ist, im Millerntor uns 2 Punkte noch weg geschnappt und eine der heimstärksten Mannschaften der Liga (auf Platz 3 momentan der Heimspiel-Tabelle). Auf jedenfall erwähnenswert ist der 100. Treffer von Marius Ebbers! Herzlichen Glückwunsch dazu und es hat uns aufrichtig gefreut! Ein Wehrmutstropfen für ihn wird auch gewesen sein, dennoch mit einem Rückstand von 2-1 in die Kabine gehen zu müssen. Nach der 15 minütigen Spielpause kam der FCSP auch viel besser ins Spiel, auch wenn immer wieder gepatzt wurde – aber sie nahmen die Zügel in die Hand und es war wirklich schön denen zu zuschauen. Zucker war auch das Tor von Schachten, der erste von hoffentlich 100 Treffern! Für mich hätte das auch der Schlusspfiff sein sollen. Man soll ja auch aufhören wenn es am schönsten ist…
Leider sah das der Unparteiische anders und ließ das Spiel weiterlaufen, somit kam man nicht um die 81. Minute und die 84. Minute ‚rum. Das war nämlich der Takt wo es noch mal im Kasten von Tschauner gerappelt hatte… Da sind uns dir 3 Punkte doch nochmal von der Schüppe gesprungen – Damn!
Die letzten 6 Minuten wurden auch noch mal die eisernen Fans der Union wach, von wegen alte Liebe rostet nicht – 84 Minuten war von denen nichts zu hören, kaum Bewegung im Block und abgesehen von einmal alle Schals drehen auch sonst nicht viel zu sehen, haben sicher alles für die letzten Minuten gespart.

Der Support auf unserer Seite war ganz gut, sehr gut gefallen hat mir die Choreo in unserem Block. Das Vereinslogo und die braunen Pappen waren sicherlich schön anzusehen und hielten die Hoffnung hoch, das an diesem Tag Köpenick braun-weiss bleibt (wie auch vorne am Block stand). Auch die kleiner Choreo mit roten Fahnen und speziell angefertigten Fahnen für Dax (info) war großartig und ein gute Statement in der Kurve. Alerta!
An einigen Stellen schien der Support durchwachsen, Oben und Unten passten irgendwie häufig nicht zusammen und auch von der Lautstärke her war Stellenweise nachzulegen. Alles in allem haben wir in unserem Bereich gut gefeiert und alle sind gut mitgezogen hat Spass gemacht – es gab definitiv schon viel schlechtere Auftritte und wir werden wohl deutlich hörbar gewesen sein für die Berliner*innen, vor unseren Vorsängern war auch eine Moshpit. Stellenweise wirkt für mich die aber auch durchaus befremdlich und hier lasse ich mal Deny Everything für mich sprechen: „Take a look at the pit, show me a non-white-male-heterosexual kid. Ain’t this dancefloor for everyone?“ (Deny Everything: Apparently it’s still just boys fun.).

Die Kiezkicker wurden verabschieden mit einem tollen „für immer mit dir!“ und so soll es auch sein. Mit den Anwesenden Freund*innen wurden schon die nächsten Fahrten eifrig geplant. Nicht zu vergessen die Fahrt nach Meppen am 24.3., zu unserer Zweiten.
Vom Stadion aus ging es erst mal mit der Basch als Guide kulinarische Lokations auschecken und vegetarisches Essen in Berlin bekommt auf alle Fälle 10 von 10 Punkten. Danke für die guten Tips. Danach war die große Entscheidung noch mit dem Electromob feiern zu gehen, oder es ruhiger angehen zu lassen. Letztere Option wurde gewählt und so hatten wir noch einen ruhigen Bar-Abend mit Freund*innen im Tristeza!

Am nächsten Tag hätten wir eigentlich die Babelsberger*innen besuchen wollen, aber daraus wurde ja bekanntlich leider nichts – das Wetter und seine Querellen. So nutzten wir die paar Stunden unseres Aufenthaltes noch zum Sight-Seeing im Treptower Park und Kreuzberg. Was eigentlich nicht so genossen werden konnte, da wir auf dem Ticker immer die neuesten Nachrichten der „die Rechte“Tour durch NRW mitverfolgten. Erfreulich bleibt festzuhalten, das Düsseldorf im wahrsten Sinne eine No-Go-Area für Nazis war und auch sonst die Hirnphobiker*innen von viel Protesten begleitet wurden (Rückblick der Antifa Linken Düsseldorf).

Zum Abschluss noch vielen Dank an alle Begleiter*innen und Freund*innen! Es war alles in allem ein wunderschönes Wochenende, auch wenn der Plan war 2 Fußballspiele zusehen und 3 Punkte mitzunehmen nicht verwirklicht werden konnte, ist es doch immer schön den magischen FC spielen zu sehen. Am 1. April bleiben die 3 Punkte auf jeden Fall in Hamburg und wir freuen uns schon drauf.

siamo tutti antifascisti!


3 Antworten auf „Auswärts: Union Berlin – FC St. Pauli (4 -2)“


  1. 1 blabliblubb 18. März 2013 um 3:10 Uhr

    „[…]vor unseren Vorsängern war auch eine Moshpit. Stellenweise wirkt für mich die aber auch durchaus befremdlich und hier lasse ich mal Deny Everything für mich sprechen: „Take a look at the pit, show me a non-white-male-heterosexual kid. Ain’t this dancefloor for everyone?““

    was?!

  1. 1 Wir sind die Mauer, das Volk muss weg » Magischer FC Pingback am 17. März 2013 um 18:23 Uhr
  2. 2 26.Spieltag (A) – 1.FC Union Berlin | Übersteiger-Blog Pingback am 17. März 2013 um 21:40 Uhr
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