Archiv für November 2012

Heimspiel: So., 15.11.12. FC St. Pauli – MSV Duisburg (4 – 1)

Einige Siamo Tuttis folgten der Einladung der Fortuna-Anhänger*innen und sahen nicht nur eine wunderschöne Auswärtsniederlage des Vorstadtvereins, sondern durften auch die Choreo der Chosen-“wir zündeln nie wieder, versprochen!“-FewHaHa bewundern. Der Bericht dazu folgt in nächster Zeit, da die Autor*innen sich immer noch die Tränen aus den Augen wischen müssen und vor Lachen sich krampfhaft den Bauch halten müssen – was schlecht mit Tippen zusammengeht.

Alors…

Von Düsseldorf aus machte sich noch eine 2. Gruppe auf den Weg nach Hamburg zum magischen FC. Diese kam allerings zu der Erkenntnis, dass in Minden der letzte reguläre Regio Richtung Hamburg um 17.07h fährt. Was für eine traurige Stadt muss das sein? Naja, auch die Innenstadt konnte nicht für Erheiterung sorgen und so war die Suche nach Kaffee, Snacks, etc. eher erfolglos.
Aber irgendwann fanden auch diese Siamo Tuttis ihren Weg in den Norden und so wurde kurzfristig und ganz Yuppie-Style auf den ICE zurückgegriffen.
Da wir schon zu recht später Stunde in Hamburg aufschlugen, erstmal zum Pennplatz, Sachen wegbringen und dann ab zum Vorschädeln von Ultrà Sankt Pauli ins Shebeen. Da schon die ersten Meet and Greetz mit bekannten Gesichtern, aber insgesamt waren die Siamos ein mobiler Haufen an diesem Abend. Einige Traditionen gibt es schon in unserer Gruppe, ein Teil der Münsteraner Crew wird nämlich knatschig, wenn es keinen Hin&Veg-Burger gibt, und ein Teil der Düsseldorfer Crew muss einen Pflichtbesuch in dem “Seepferdchen” absolvieren. Diese Bedürfnisse wurden dann erstmal wechselseitig befriedigt. Das Seepferdchen ist ein echter Knüller – nur von dem Besuch der Toiletten raten wir an dieser Stelle dringendst ab! Die Sraight-Edge-Fraktion ließ ordentlich Schnaps-Geld springen und amüsierte sich köstlich über die nun denn heiteren Siamo Tuttis! Die Music-Box gab auch ordentlich was her, und so wurde ein neuer Song geboren: Auf “Baby don’t hurt me” (was auch irgendwie zum von nun an besungenen Verein passt) sangen dann die Handvoll SiamoTuttis “Was is’ los? FC St. Pauli – St. Pauli oho! Schiess’ ein Tor! FC St. Pauli – St. Pauli oho!” und amüsierten damit Bedienung und englische Tourist*innen. Besonders das ellenlange „oho-oho-oho-ho, hoho!“ ging wunderbar über die Lippen – falls wem das Original unbekannt ist, hier!
Ein Lied welches demnächst sicherlich auch durch die Flora schallt, wenn ihr alle zur Mega-Party kommt am 8.12. mit den DJanes von Glittergewitter!
Ganz lange hielt uns dann auch da nicht viel, also machten wir uns mit Wegzehrung auf den Weg ins Jolly Roger. Super Stimmung da und es brauchte nicht lange, da waren einige Siamos die besten Freund*innen einer Crew aus Irland. Die Freunde dieser neue Connection schlug auch am spätesten am organisierten Pennplatz auf!

Sehr früh am Morgen hiess es dann “Aufstehen” in einem lieblichen Ton, den nur ein Nicht-Trinker morgens anschlagen könnte, denn organisiert war ein Date mit USP und den Nachzügler*innen von Siamo Tutti. Begeisterungsstürme blieben erstmal aus, allerdings war die morgendliche Gymnastik in der U-Bahn ein Fest für alle Zuschauer*innen und eine gute Selbstdarstellung als liebenswürdige Freaks!
Am Fanladen angekommen noch ein schnelles Frühstück eingeworfen, Freund*innen begrüsst und die restlichen Siamo Tuttis eingesammelt, sowie die 2. Ladung der SiamoTutti-Kleiderspende für die Antirazzista abgeworfen. Dazu sei noch erwähnt: Wir sammeln noch organisiert bis zum 7. Dezember, falls ihr noch ordentliche Klamotten habt, gebt diese bitte im Linken Zentrum Düsseldorf oder im Club Courage Münster ab! Antirassismus ist eine Praxis!
Nachdem alle Karten verteilt waren, ging es noch schnell in die “Kleine Pause” um noch ein bisschen was zu schnabulieren und Pommes-Communismus zu praktizieren. Schön zu sehen, dass diesmal viele Siamo Tuttis den Weg nach Hamburg geschafft haben und wir zahlenmässig zulegen.
Dann aber ab ins Stadion und den Sonntag zum Shoppen beim USP-Stand nutzen! YEAH was es da alles gibt!
Auf unserem Platz in der Süd angekommen, war die Vorfreude auf das Spiel enorm und wir wollten alle abgehen. Es sah auch schon so aus als wäre das auch der Plan von einigen anderen: viele Fahnen, Doppelhalter, etc. lagen schon in den Startlöchern für den kommenden Kick!
Nach dem Diffidati con noi! und einem viel versprechenden Aux Armes kippte die Stimmung aber immer wieder ins Negative. Jede Menge Menschen rechts und links von unserem Grüppchen, die einfach nur dastehen und schweigen! Natürlich zieht da ein “was is’ los FC St. Pauli – St. Pauli oho!” aufgrund mangelnder Bekanntheit nicht, aber die Frage müssen sich in der Retroperspektive einige gefallen lassen – was war da los? Warum muss unser netter Hoschi vorne auf’m Zaun 10 mal um “ALLE Hände” bitten und dann haben immer noch einige nicht verstanden was “alle” eigentlich bedeutet? warum drängt man sich in die Mitte des Blocks in die ersten Reihen und steht da und chattet via Iphone (und geht bestenfalls die letzten 5 Min. ein bisschen ab)?
Traurig auch, dass 7 Minuten nach Anpfiff der 2. Hälfte rund 50% der Haupttribüne einfach nur leer sind und dass man die MSV Crew von der anderen Seite hören kann. So geht das nicht!
Vor allem wenn man bedenkt, dass das Spiel fernab von öde oder langweilig gewesen ist und es immerhin um die Unterstützung der Mannschaft geht – die nicht den besten Saisonstart hatte! Den Gegentreffer von Duisburg hätte man sich sparen können und unser Capitano Tschauner machte dabei sicher (ausnahmsweise!) nicht die beste Figur, aber gepatzt – rückblickend kann man sagen, was solls? Dass es in der 2. Halbzeit noch 3 Dinger gegen Duisburg rasselt, hätten wohl die wenigstens vermutet, und auch bei Siamo hatte dies niemand getippt…
Die Stimmung bei Toren und kurz danach war aber wirklich großes Kino. Man wippte mehrere Stufen runter und wieder hoch, das hat auf alle Fälle Bock gemacht! Schade nur, dass die Stimmung wirklich immer wieder ein Tor nötig hatte, um erst wieder so gut zu werden…
Unser Diss gen Trottel*innen der CFHaHa wurde klassisch und überhöht in einem Oscar Wilde-Zitat zutage gebracht: “Leute die siCh die Finger verbrennen, versteHen nicHts vom Spiel”. Dies bezog sich sowohl auf das versuchte und grandios missglückte Intro der Vorstädter*innen, wie auch auf den Diskurs “sicheres Stadionerlebnis” mit “kontrolliertem Abbrennen von Pyro”. Die Kontrolle beim Abbrennen von Pyro muss eben bei denen liegen, die es verantwortungsbewusst tun – und nicht in der Rolle der Bittsteller*innen bei offiziellen Stellen. Schade nur, dass CFHH ein dickes Gegenbeispiel zu dem verantwortungsvollen Umgang mit Pyro geliefert haben.
Nach dem Spiel mussten wir schon einige Freund*innen und Siamo Tuttis verabschieden, da diese auf verschiedensten Wegen nach Hause mussten. Der Rest unserer Gruppe verabschiedete noch die Spieler und jointe dann dem Diffidati-Marsch. Immer wieder großartig, der Weg durch das Viertel und die Stimmung!

Unser Dank geht an:
Ultrà Sankt Pauli für alles.
an les sans goûts für die Begleitung beim Spiel, wie auch an unsere Freund*innen von Kopfball Düsseldorf für alles und die Vivacious Antifa – support your local Antifa!

Anarchie und Luxus. Eine bessere Fahrt können wir uns nicht erträumen!

Am 8. Dezember 2012 läd‘ Siamo Tutti mit zum Tanzen ein!

Unter dem Motto:

Anarchie und Luxus!
Findet in der roten Flora eine Charity-Gala zu Gunsten der „Schwarzen Katze“ statt. Diese ist ein selbstverwaltetes Zentrum mit dem Ziel jegliche Herrschaft zu überwinden und die befreite Gesellschaft zu schaffen.
Im Hauptsaal der roten Flora werden uns Glittergewitter aus Münster mit feinstem Pop umspielen, im Nebensaal werden IRA &I (subspAce, cirque du minimaliste), Goodfella (Krach mit Freunden), Thomas Atzmann (Envelope) und Chris Globe für Unterhaltung auf der Tanzfläche sorgen.

Wer in Abendgarderobe erscheint, bekommt einen Sekt beim Einlass.

Wir wünschen uns und allen die kommen einen ultrà glitteresquen Abend und haben die Feier mit vielen Freund*innen auch zum Anlass genommen gerade diesen auch einmal Danke zu sagen!

Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen unserer boys in brown und wir hoffen auf einen ebenso magischen Triumpf gegen Duisburg!
Wer Interesse an dieser Fahrt hat kann sich gerne mit uns in Kontakt setzten: siamotutti_fcsp@web.de

Heimspiel: Mo., 12.11.2012 FC St. Pauli – VfL Bochum (1 – 1)

Ein Roman in 2 Teilen. -> werdet ihr schon merken warum!

Die Siamo Crew tanzt auf vielen Partys.
Und deshalb wird dieser Spiel- bzw Wochenendbericht auch von 2 Personen geschrieben und dann zusammengeschustert.
Unverhofft vom Himmel gefallener Urlaub machte es einem Rheinland-Siamo möglich, die Reise in den Norden anzutreten und auch (endlich) mal wieder ein paar Tage mehr dort zu verbringen. Mal ehrlich, jedes Spiel ein Auswärtsspiel, das ist nicht nur teuer sondern auch manchmal sehr traurig. In aller früher ins Auto quetschen, 4-5 Std fahren, nur unterbrochen von der Idylle der Raststätte Dammer Berge und dem Elbtunnelstau, zum Spiel gehen, ins Auto quetsche und nachts endlich zu hause – das ist schon ätzend manchmal, vor allem wenn man genau weiß, was man verpasst. Ich liebe Hamburg halt, ich will da nich immer direkt wieder weg!
Naja, Jammerdiskurs beendet, dieses Mal sollte ja alles anders sein. Einige Rahmentermine und viel Zeit zum rumlungern. Pennplatz kurzfristig und unproblematisch klargemacht.
Privattaxi bis Osna, dort die ersten Mafiosi getroffen und gemeinsam nach Hamburg. Spaß auf der Autobahn, Oi und Turnschuhdiksussionen begleitet von einem auf Krawall gebürsteten Huhn.
Schnell am Fanladen vorbei und Kleiderspenden für die Geflüchteten im Lager Horst abgeworfen.
Wir sammeln auch weiter, Leute, her mit dem Zeug, vor allem Winterklamotten werden benötigt (infos, z.B. wohin mit den Sachen: hier!). Aber Bitte nur Sachen in gutem Zustand!
Nach kurzer Trennung zwecks Einquartierung und Nahrungsaufnahme stand abends ein Besuch der Fanräumegala an. Irgendwie wusste keine*r so richtig, was uns da erwarten würde. Ich werde jetzt keinen ausführlichen Bericht abliefern, aber es war auf jeden Fall ein amüsanter Abend, wenn auch reichlich skuril ;) . Kulturell evtl nicht so ganz das, was wir selber auf die Beine stellen würden, dem entsprechend war unsere 5er Delegation auch gefühlt die einzigen SüdSteher*innen im Saal.
Highlights sicher die PS3-Matches, lautstark unterstützt von Aux Armes und Diffidati-Gesängen, die Versteigerung von Benes Derbysiegerhandschuhen (650 Lappen, Junge!!) und Tschauners fast schon Mitleid erregende Unfähigkeit am Zapfhahn und so weiter. Biertringen für Fanräume hüllt das Ende des Programms etwas in Nebel.
Wundervoll und immer noch bemerkenswert finde ich, dass nach 5 Jahren tatsächlich die 400.000 Ocken zusammen gekommen sind, für unsere Räume in der Gegengrade. An dieser Stelle mal ein dickes DAZKE an alle Fanräumeaktiven und -Spender*innen. Allerdings fällt ein wichtiger Selbstbetrugspunkt jetzt weg, wie rechtfertige ich vor mir selbst denn jetzt den Kauf des 7852. Shirts, wenn nicht mit „2 € an Fanräume!“?
Nicht unerwähnt werden bleiben sollte aber noch der Auftritt von unserem Mann auf dem Mond, Stefan Orth.
Pläte-Präsi sagte laut und deutlich vor allen Anwesenden und wörtlich, dass es keine Wache in der Gegengrade geben werde. Es folgten einige „Abers“ und „Wenns“ bezüglich Museum, Finanzierung und Platz, aber das wars, Digger, das Wort kannste nich mehr brechen!!
Nach ein paar Bierchen und Zigaretten auf den Buisenness-Seats (Saubequem,lecko mio!) und Ordnerverscheuchung von selbigen war dann der Abend auch gelaufen, ich nahm noch einen Absacker-Mexikaner im Seepferdchen (mein Tipp-bester Mexikaner!!) und dann ab ins freundlicherweise von seinem eigentlichen Bewohner verlassenen WG-Zimmer. Top-Unterbringung, ich liebe euch ;)

Samstag die Siamo Crew tanzt auf sehr vielen Partys.
10. November 2012 Teile der Crew Siamo Tutti machen sich von allen Himmelsrichtungen und auf unterschiedlichsteweise auf den Weg in die Domstadt Köln, da an diesem Samstag die Forderung “Verfassungsschutz auflösen” vor die Haustüre des selbigen getragen werden soll. Nach einigen Redebeiträgen setzte sich die Demo auch in Gange und laut Veranstalter*innen waren 1.200 Menschen auf der Veranstaltung der unterschiedlichsten Spektren und einer sehr breiten Altersspanne! Ein Teil der Demo setzte auch auf optische Verstärker wie Bengalos ein, was Stylemässig sicher überzeugen kann. Aber liebe Freund*innen im Zuge des Gedenken an die Mordopfer der NSU und der Verquickung seitens des Staates mit selbiger, Böller durch die Gegend zu pfeffern ist gelinde gesagt quatsch. Die Polizei übte sich bereits in Zurückhaltung und den Leuten in dem Plattenbau-Kiez vor Köln so ein Ding vor die Haustür zu ballern ist eher unsinnig, außer dem Öddel der den Demozug mit Deutschlandfahne und dem dazu passenden “deutschen Gruß” vom Balkon begrüßte. Die Rufe “Nazis raus” hätte der ruhig mal als Aufforderung verstanden werden können, kurz vor die Türe zu treten!
Am Sitz des VS wurden dann noch Redebeiträge verlesen und es kam wieder zu einer kleinen Pyro-Einlage und eine Gruppe hatte eine ziemlich pfiffige Aktion vorbereit und kippte dem VS gefühlte Tonnen geschredderte Schnipsel vor die Haustüre und hielten dazu Tapetten gen VS, die das Verhalten der Schlapphirne (V. Pispers) anprangerten und klar machten, das es uns nicht um eine Reform geht – sondern es kann nur heißen: VS auflösen! Für die befreite Gesellschaft!
Danach wurden noch die Namen der Opfer der braunen Terror-Zelle verlesen und um ihnen zu gedenken eine Minute geschwiegen. In letzter Konsequenz haben die Nazis offengelegt was ihre Ideologie bedeutet, nämlich das töten von Mitmenschen und dieser Staat und seine exekutiven Organe haben sich ganz getreu’ dem eigenen Motto zum “Freund und Helfer” machen lassen. Der Spruch “Verfassungsschutz und NSU – kannten sich auf du und du!” passte da wie die Faust auf’s Auge, jenes welches rechts immer wieder Blind zu sein scheint…
Ach kleiner Tipp am Rand: Hans Peter Friedrich, Gauck, Kristina Schröder und all ihr selbsternannten Spezialist*innen beim Thema Nazis und Rassismus, einfach mal die Fresse halten! Antifaschismus ist nur ohne diesen Staat zu machen!

City-Hopping, uff nach Hamburg!
Von da an ging es dann in die schöne Hansestadt, denn die Mafia feierte Geburtstag!
Nachdem die Köln-Hamburg-Crew im Fanladen angekommen war, wurde erstmal Reunion gefeiert mit unserem voreiligen Siamo! Und wir konnten noch den Ausklang der Mafia Geburtstagfeier genießen, da leider der Fanladen schon dichtmachen musste. Da aber auch in Hamburg einiges los war, entschieden wir uns für einen Viertel Spaziergang bis zur roten Flora, wo sich noch ein wenig vergnügt wurde.
Auch Hamburg stand im Zeichen der Politik.
Mietenwahnsinn stoppen!“ – das ist ein Motto, dem ich mich auch als auswärtiger Berufschaot (© R.B.Schill) und Krawalltourist anschließen kann. Über Ablauf des Ganzen will ich gar nicht zu viel schreiben, war ne große, bunte und lange Demo,alles peacig und eher latschig, was bei einem solch breiten Bündnis ja zu erwarten und auch gewollt war und ist. Das Problem der Miet- und Immobilienspekulation betrifft ja eigentlich alle, was da in Hamburg und anderswo abläuft ist schlicht krank. Wohnen ist ein Menschenrecht, aber auch hier gilt: da hilft kein Rumdoktorn an Symptomen oder irgendwelche weich gespülten Drittelregelungen. Da muss man auch mal enteignen und solche Spekulant*innen das Wasser abgraben. Freiwillig machen die da nix. Das Problem ist also auch hier wieder der fiese alte Onkel Kapitalismus. Gegen Ende etwas Pyro und dickes Feuerwerk incl Videoinstallaion an den Hafenstraßenhäusern, die 25 Jahre Barrikadentage zu feiern hatten. Revolutionsromantische Momente, denen man nicht u lange huldigen konnte, da die Unterstützung der Motivierten anderweitig gefordert war.
In der Schanze gabs eine Besetzung, auf die die Ordungsmacht gewohnt souverän und demokratiefreundlich reagierte und den ganzen Abend damit beschäftigt war, Leute zu würzen, rumzurennen, scheiße auszusehen und die Menschheit gegen sich aufzubringen. Selten sowas planlos-agressives gesehen (ok, das war gelogen, oft gesehen aber nie verstanden), das halbe Viertel abgeriegelt, bei jedem Furz stressen, völlig Unbeteiligte nicht von a nach b lassen. Wenn das Taktik is‘ isses ne miese, alle hassen euch, fragt euch mal warum, da hilft auch kein heulender Bullenrap.
Auch der nächste Programmpunkt, 5 Jahre SPM, wurde von diesem Einzellerauflauf etwas eingeschränkt, diverse Leute kamen nicht zum Partyort.
Unterm Strich tat das dem ganzen aber keinen Abbruch. Schöner Abend mit guten Leuten und schlechten Cocktails, aber den in Massen. Mehr will ich gar nicht dazu sagen, da werden sich die Ausrichtenden sicher selbst noch zu Wort melden. Allerdings bleibt zu sagen, dass dieser Haufen wirklich top ist. Allesamt super drauf, hilfsbereit und offen, und ohne SPM und deren jahrelange Bus- und Kartenangebote würde ich vermutlich heute nicht mit Dauerkarte in der Süd stehen. Danke, dass ihr seid wie ihr seid und für ein höchst amüsantes Wochenende, ab hier gilt dann die Mauer des Schweigens :D
Zum weiteren Verlauf gebe ich den virtuellen Stift dann mal an die zu später Stunde am Samstag Abend auch endlich in der Stadt aufgeschlagenen Sektion Süd ab.
Aber irgendwann muss auch der schönste Abend vorbei sein und die MünsterCrew machte sich auf den Weg zu ihrem Pennplatz, am nächsten Tag sollte ja das Spiel der 1. Frauen angeschaut werden. Verabredung stand: 11.30h Fanladen gemeinsam los gehen… Also nach knapp 4h Schlaf traf man dann vorm Fanladen wieder aufeinander und entschied sich für Pommes-Kommunismus in der Kleinen Pause bevor es zur Waidmannstr. gehen sollte. Lecker da und wunderbare atmo!
Ein paar kurze Worte noch zum Fanladen. Für mich ist das nicht nur eine zentrale Institution der Fanszene, sondern, gerade als Auswärtiger, auch ein wichtiger Anlaufpunkt am Spieltag. Da wird umme Ecke geparkt, da wird n Bier gekauft, Karten geholt und geschnackt mit all den wunderbaren Menschen, die ich leider viel zu selten zu Gesicht bekomme. In dieser Form muss man den Fanladen ja jetzt die letzten Male genießen. Ich kann mir ehrlich gesagt ein Fanladen in der Gegegengerade noch nicht vorstellen.Da wird sich einiges an Abläufen und Routinen ändern (müssen) und ich hoffe einfach, dass die Anbindung ans Viertel nicht darunter leidet und der Kontakt nicht nur noch in der Kurve abläuft. Naja, der wahre Grund ist ja auch nur ein großes Büro mit Fenster, nech Stefan?!
Zum Glück brauchten wir auch nicht lange die Mafiosi zu überreden mit zum Spiel der 1. Frauen zu kommen und diese entschieden sich für einen entspannten Fussweg – Zeit war ja satt…
An der Waidmannstr. angekommen, welches einige ja noch vom Antira, oder dem good old firm, kennen könnten, erstmal fragende Gesichter… nichts los…

Legendäre Absage, Imtech-Waidmannstr.-Arena2.0!
Am Platz war ein Schild angebracht “Platz wegen Unbespielbarkeit gesperrt!”. Dabei sah das grün passabel aus (alle waren sich einig: Besser als damals im Bokal gegen Premen), aber der Platzwart machte klar: Heute nix Fussball! Argh! Echt jetzt?! Naja der Unmut der Mafiosi entlied sich auf unsere wackere Siamos. Aber wenn ihr uns jetzt ernsthaft vorwerfen wollt, ihr seid wegen uns zum Frauenfussball gegangen sehen wir das einfach als kompliment :P !
Dann machten wir noch ein paar Fotos um zu belegen dass wir uns nicht mit Ruhm bekleckert haben, was den Platzwart wieder auf den Plan brachte “Ey, die Sticker macht ihr aber wieder ab, ne!” Is’ klar Meister!

Aber um H. Marcuse jetzt auch mal in den (Fuszball-)Zusammenhang zu reiszen: Der Zweck ist klar der Übergang zum Frauenfussball! Wir bleiben dran und werden hoffentlich bald das Vergnügen haben unsere grrrls!-in brown spielen und siegen zu sehen!

… und was macht man jetzt mit so ‘nem halben freien Tag?
Naja gesucht und gefunden wurde dann eine Parallele zu Köln – der Dom! Nur sagt mir der mit vielen Lichtern, dem Umpf-Umpf-Techno und schlechten Geisterbahnen (ein Wortwitz mit “geistreich” verkneif ich mir jetzt – T.) mehr zu als Meisners-Hetz-Tempel – und der hat nen Autoscooter! Also zog es die Siamo Tuttis auf den Dom und es wurde das Glück im Spiel bzw. Zocken gesucht. Bei so ’nem Ein-Greifigem-Banditen wurde von uns mit einem Euro, alter einem O!ro, 2 Waschbären gezogen! Die allerdings im Ablaufkanal stecken geblieben sind und der dicke Hoschi in seinem tristen Kabuff, wollte aber nur einen raus ’rücken – aber somit haben wir jetzt eine*n Siamo-Tutti-Allesfahrer*in Waschbär*in!
Aber Menschenskinder laufen da Gestalten ’rum auf dieser organisierten Sinnesüberflutung!
Aber der letzte Punkt auf der to-do-Liste musste noch abgehackt werden vor’m Spiel – Vorspieltag abhängen mit Ultrà Sankt Pauli im Shebeen! Also kurz frisch gemacht, ’rein in den Laden und trotzdem rüber kommen wie das letzte Landei! Wer kommt denn sonst auf die Idee so ein “Ginger B.” zu bestellen, Touri-Falle voll rein getappt! Nebst USP waren natürlich auch die Mafiosi anwesend und so ging es nach einem kurzen Snack noch ins Jolly, wo gerüchteweiser die Mafiosi einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben sollen…

Worum es eigentlich geht!
Montag: Müde, 2 Siamos lassen mutwillig Arbeit saussen, 1 Siamo musste sich Urlaub nehmen, einige können nicht zum Diffidati-Marsch weil man den b€$chi$$€n€n letzten Zug nehmen muss, um Dienstag erschlagen auf der Arbeit immerhin auftauchen zu können. Dickes Fuck off! dafür DFL/DFB Klüngel!
Aber Spieltag und endlich wieder der magische FC, der Tag startete Fett mit gemeinsamen Snacken, durchs Viertel asseln und die Deko ein bisschen mit zu übernehmen. Nachdem man alle Freund*innen eingesammelt hat, ging es ab zum Fanladen und sich mit der coolen Fanladen-Merch eindecken und natürlich die Basch mit dem super Poster inlay! Von da an wurde es immer und immer besser! Im Fanladen trafen wir auf unsere Freund*innen von “les sans goûts” nett auf’m Sofa im Fanladen ‘rum hängen und sich auf das Spiel freuen! Dann wurde sich im Gänsemarsch aufgestellt und man latschte lustig auf zum Stadion und machte sich es in der Kurve bequem.
Kann kommen was will, die beste Stadion-Hymne hat immer noch Bochum – mit dem erst kürzlich zum “bedeutesten Philosophen unserer Zeit gekürten” (Zitat: NEON) H. Grönemeyer!
Die Stimmung war auf dem Siedepunkt, als dann die USP-Choreo gezeigt wurde! Montag is’ Kotze! Das kommt von ganz deap, vor allem wenn dann die karrikierte Person dann erstmal schön los reiert!
By the way: Als side-info, wenn unser Verein vom DFB eine Strafe bekommt, weil beim Spiel gegen die SGD eine Verzögerung eintrat, wegen dem Kassenrollen-Intro könnte ich auch wieder los kotzen – schlimmer kommts dann aber immer, dass die Scheisze einfach akzeptiert wird und dann noch kommentiert wird mit: der Mittelblock der Süd hats versaut… Was für n Elend! Die Menschen die es versauen, sind die Idiot*innen vom DFB und diese Attitüde deren dämliche und nicht begründbaren Urteile einfach hinzu nehmen!
Aber die Choreo hat Bock gemacht und die Stimmung war echt fett! Allerdings habe ich das Gefühl das Gegengrade, Nord- und Haupttribüne mittlerweile kaum noch mitziehen wenn es um unsere Diffidati geht und auch das Aux Armes hätte deutlich besser rüber kommen können. Allerdings hat die Gegengrade auch mal wieder Chants rein gebracht… Aber ich war wirklich begeistert von unserem Support an vielen Stellen, viele Menschen in Bewegung, coole Stimmung unter den Leuten, echt viel was überzeugen konnte. Am Ende ebbte das wieder ein bisschen ab, war’s die Spannung oder die Kälte – egal, hauptsache weiterso! Vor allem nach unseren ganzen Ausflügen zu den “Süd-Paulis” für die der Stadionbesuch wohl eher eine Verlängerung des schunkelns im Bierzelt darstellt, war das ein wirklich zauberhaftes erlebnis.
Unvergesslich die Einlage: “Wir geh’n nach Vorne! Wir tuns! Wir geh’n nach Hinten! Wir Tuns! Wir geh’n zur Seite! Wir tuns! Das ganze nocheinmal!” Aber Achtung zur Seite nur nach Links!
Die sportliche Leistung unserer Boys in brown wusste auch zu überzeugen, man lehnt sich wohl kaum zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass das Spiel zum Großteil vom FC St. Pauli dominiert wurde. Beim Ausgleichstreffer sah unsere Nummer 13 ausnahmsweise mal nicht gut aus, aber dennoch gutes Spiel und Ginzcek mausert sich ja zum Torschützen-König! Was teilweise auch an Kombinationen bewundert werden konnte! Wunderbar! Tricks und richtiger Fussball, Leidenschaft auf dem Platz und auf den Rängen. Da tut es natürlich besonders weh, wenn einige aus unserer Gruppe von den Anstosszeiten zum Zug gedrängt werden und den Erfolg (was ein Unentschieden für mich angesichts der Blamagen in Regensburg und beim FSV erstmal auch ist) nur kurz mit der Mannschaft feiern können und sich leider nicht in den Protest gegen die herrschenden Verhältnisse in und außerhalb des Stadions einbringen konnte!
Zu guter letzt sollte noch gesagt werden: “das Ganze ist das Unwahre” – Diffidati con noi!
und unseren herzlichsten Dank an:
Ultrà Sankt Pauli für die Leidenschaft und das Herzblut in dieser Kurve.
les sans goûts mit denen man jedes Spiel feiern kann, ob 3:0, 3:4, 1:1 – immer mit euch.
Und herzlichen Glückwunsch zum 5. jährigen bestehen und alles gute an die Sankt Pauli Mafia!
Natürlich auch an alle anderen die vergessen worden sind und uns mit Essen, Duschen oder Pennplätzen versorgt haben!

+++ Versäumnis +++

Wer noch nicht genug hat, hier der:

Spielbericht zum Heimspiel gegen Union Berlin.
- Die Netzgemeinschaft des magischen FC wird es schon verkraften ;)

Samstagmorgen, der Tag danach. Der Hals schmerzt, die Stimme verweigert ihren Dienst. Noch bevor ich die Augen öffnen kann um den verfluchten Wecker zu finden, weiß ich mal wieder was Thees Uhlmann meint, wenn er singt „…man hört noch die Chören in seinen Ohren…“. Ja, es dröhnt immer noch. Mensch könnte auch sagen: Es dröhnt endlich mal wieder. Aber von Anfang an:
Krankheit, Arbeit und weitere ähnlich unnötige Dinge hinderten viele Siamos daran, am Heimspiel gegen Union Berlin teilzunehmen. Also machte sich ein einzelner Siamo auf, fragte noch einen alten Freund, der nicht lange überredet werden musste und der Weg nach Norden wurde geplant. Schnell fanden sich drei nette Mitfahrerinnen und am Freitagvormittag zog die Bande los. Drei Stunden, einen Stau und unzählige gebeichtete Jugendsünden später näherten wir uns gut gelaunt der braun-weißen Hansestadt. Aus den Boxen besangen Talco bereits die pirati a Saint Pauli, doch dann das: Stau, Stau, Stau. Keine Bewegung über Stunden. Mit einem gefährlichen Tempo näherte sich die Uhrzeit dem nachmittäglichen Bereich.

- zu diesem Zeitpunkt musste der Autor unverhofft das Schreiben unterbrechen und setzte es erst einige Tage später vor: die Fortsetzung des Spielberichts wurde am 03.11. geschrieben, während der Autor zeitgleich den magischen FC in München auf der anderen Seite des Bildschirms spielen sah -

Dann, irgendwann, plötzlich wieder der dritte Gang. Endlich ging wieder was. Schnell wurden die Mitfahrerinnen abgesetzt und weiter ging es Richtung Millerntor, das sich nach wenigen Minuten auch schon am nachmittäglichen Himmel abzeichnete. Jetzt reichte die Zeit doch noch für einen schnellen Imbiss und ein erstes Kaltgetränk. Dann die Basch erworben und schonmal gute Plätze gesichert. Basch aufgeschlagen und was sehen meine müden Augen auf der ersten Seite?

Der Aufruf zum Diffidati-Marsch wird mit dem Herz an Herz Doppelhalter beworben! NÄ! Scheiße ist das geil! Da haben die Jungs und Mädels der USP mal wieder richtig Geschmack bewiesen.

- TOOOOOOR IN MÜNCHEN! Fabian Boll hämmert die Kugel traumschön ins Netz!!! 1:0 für den FC SANKT PAULI!! -

Dank modernster Telekommunikationstechnik konnte ein Bild von dieser ersten Seite innerhalb von Sekunden durch die Republik geschickt werden und fand sich so sehr bald bei Facebook (siamo tutti gefällt mir, dir auch?). Dann hieß es aber erstmal den besagten Doppelhalter hoch und warmsingen. Es begann mit einem vorsichtigen „Allez, Forza Sankt Pauli, Forza Sankt Pauli…“ und was dann kam, sollte die nächsten 90 Minuten nicht abebben. Keine Worte sind übertrieben um dieses Gefühl zu beschreiben: Die Stimmen der Süd rissen das ganze Stadion zu einem majestätischen Choral mit, der die mächtigen Betonpfeiler des Millerntors erzittern ließ. Ja, verdammt! Forza Sankt Pauli! Beim Anpfiff waren wir folglich alle schon heiser, aber heute war nicht der Tag um die Stimme zu schonen. Es wurde lauter und lauter, die Stimmung besser und besser. Und die gute Stimmung sprang über. Die boys in brown begannen richtig schönen Fußball zu spielen.

- JAAAAAAAAAAAAAA!!!! GINCZEK!!!! 2:0!!!! -

Daran änderte auch das Tor von Mattuschka in der 21. nichts. Rückstand kennen wir schließlich. Also immer noch gut gelaunt in die Pause. Zu Beginn der zweiten Hälfte gab es erst eine Runde Glücksrad und kurz ein TOOOOOR! Mohr in der 48., jawoll! Und dann, 20 Minuten später, nochmal Jubel: TOR VON BARTELS!! Was nun an Support folgte, war unglaublich. Die Süd hakte sich ein und ließ die Welt wissen: Wir sind Zecken! Und die Gegengerade? Die machte mit, aber wie! Die Gegengerade baute ein Bollwerk aus Schall vor sich auf und es dröhnte! Der Ausgleich kurz vor Abpfiff war ärgerlich und unnötig, aber noch deutlich unnötiger war die sexistische Beleidigung, die ein „Fan“ in der Süd für Mattuschka übrig hatte. So einen Dreck brauchen wir in der Kurve nicht und folgerichtig fanden sich schnell drei Menschen, die den Pisser aus der Kurve befördert haben. Naja, Abpfiff, Unentschieden, getrübte Stimmung, leicht aufgeheitert von einem „na, immerhin“ – Gedanken. Jetzt erinnern wir uns an die erste Seite der Basch, wozu hatten wir gleich noch aufgerufen? Achja, Diffifati-Marsch! Auf ging es laut, entschlossen und auffällig. Diffidati con noi! Die Verbannten mit uns! Danach hieß es für die beiden Münsteraner noch einen schnellen Imbiss zu sich nehmen, eine Mitfahrerin am Bahnhof aufsammeln und zurück ins schöne Münsterland. Scheiß auf den Endstand, die Stimmung war wieder da. Das ganze Stadion und insbesondere die wunderschöne Südkurve haben gezeigt, was die Hell of Sankt Pauli ist. Und just in diesem Moment wird in München abgepfiffen und auch hier hat man die letzte Stunde nur einen Chor singen gehört. Waren da überhaupt Münchner_innen im Stadion? Wer es nicht fühlt, kann es nicht verstehen!

In diesem Sinne: Siamo tutti diffidati! Siamo tutti Antifa! Siamo tutti FC Sankt Pauli!

Come on you grrrls! in brown!

Schaut man in die Landesliga der Frauen, so kann man erfreulicherweise feststellen, dass die Frauen des FC St. Pauli die Tabellenspitze anführen.
Wir als Erfolgsfans, freuen uns für das Team und wollen sie daher mit einer kleinen Gruppe von uns supporten!
Über weitere Anhänger*innen des magischen FC die den Sonntag nutzen wollen die grrrls!-in brown zu unterstützen freuen wir uns sicherlich.
Also Sonntag, 14h Union 03 – FC St. Pauli. Austragungsort: Waidmannstr.!

Also alles für die Riot-grrrls im FCSP-Jersey!

Pokalspiel: 31.10.2012 VfB Stuttgart – FC St. Pauli (3:0 // 3:4)

… ich träume von …
Mensch! War das ein Spiel 0 zu 3 zurückgelegen und dann doch noch das Ding gedreht, als die Braun-Weissen bis in die 50. Minute hinein Stuttgart ihr wahres Können vorenthalten haben und sozusagen aus dem Hinterhalt zuschlugen. Das Tor von Boll löste einen Begeisterungssturm aus, als dann noch Schachten den zweiten Ball hinter die Linie des Keepers vom VfB schob – himmlisch. Der verdiente Freistoß, nach einem fiesen Foul an Kalla seitens des VfB, schien zwar aus einer aussichtslosen Position, halb-links vom 16-Meterraum, konnte aber von unserer 8 Bruns über die Mauer in das linke Eck des Tors geschlagen werden! Ausgleich, wer hätte das gedacht?! Der Block drehte frei! In den letzten 5 Minuten versuchte der VfB noch einmal ins Spiel zu kommen, der Elfmeter, den Ebbers durch einen Notbremse verursachte (wofür er auch leider mit rot schon duschen geschickt worden ist), konnte von Tschauner gehalten werden. Dieser legte sich selber den Ball vor und sprintete über das stuttgarter Grün und schloss, in einer alles oder nichts Manier, in der Nachspielzeit zum 3:4 Endstand für die Braun-Weissen ab. Die letzte Aktion des Spieles war einem solchen Höhepunkt würdig und Frontzeck wechselte in der 92. Minute Deniz Naki ein, der sich in einem Billy-Regal-Karton erfolgreich aus dem Baumarkt-Stadion von Paderborn nach Hamburg hat flüchten können!
Frontzeck stimmte noch an als er zum Block kam „… ein schöner Tag“, wurde aber von den anderen Spielern übertönt, die forderten „schickt uns Barcelona her!
Was für ein Tag!

Moment… Das war irgendwie doch ein bisschen anders…
Halloween3.0 – die Nacht des Schreckens!

Auch wenn es eine schöne Belohnung gewesen wäre, wenn man schon den Weg nach Stuttgart auf sich nimmt. Dort ist es nämlich weder hübsch, noch sind die Stuttgarter Fans (Ausnahmen gibt es sicherlich ganz evtl.) sonderlich sympathisch, kurz: es wollen einem keine guten Gründe einfallen, warum es eine*n dahin verschlägt. Also machte sich die Münsteraner und Mainzer Fraktion auf den Weg in das Schwabenland und hofften auf ein schönes Spiel und eine Überraschung – auch wenn sich von vorne herein nicht viel Hoffnung gemacht worden ist. Das Mittelfeld der 2. Liga bleibt auf alle Fälle Ziel, aber spielerische Patzer wie gegen Regensburg und auch einige beim Dresden Spiel, wird man sich in Stuttgrat nicht leisten können – ohne Quittung.
Leider kamen wir erst kurz vor knapp ins Stadion und fanden im Block auch unsere Freund*innen von Les sans goûts wieder, schon allein das hat den Tag zu einem schönen gemacht! Die ersten Spielzüge von unserem FCSP sahen auch ganz gut aus, bis dann in der 20. Minute Traore mit dem 1:0 Stuttgart in Führung brachte und ehrlich gesagt, macht es gar keinen Spass zu sehen wie die Freggels von der Stuttgarter Seite sich feiern…
… ich weiss was du letzte 1. Liga Saison getan hast …
2. Minuten lang hielt dann auch das gefachsimpel von Siamo Tutti und Les sans goûts, wieviele Spiele mensch schon gesehen hat die gedreht worden sind, das mensch schon gegen ganz andere Gegner 1:0 zurück gelegen hat und und und…. Dann machte Ibisevic den Fachkundigen einen Strich durch die Rechnung und brachte den VfB 2:0 in Führung. In der Situation, sah aber auch echt kein St. Pauli-Spieler sonderlich geschickt aus… Es kam die übliche Stadionbespassung: „Neues Spielergebnis, Stuttgärt“ Kollektives: „2″, Erwiederung Stadionsprecher: „St. Pauli“, Spießerstadt-Fans: „0″. Super! Die mangelenden Ereignisse auf dem Spielfeld nutz(t)e ich dann kurz mal mich über diesen hin-und-her-Scheiss aufzuregen, warum das ganze? Sind da etwa ca. 20.000 radikale Anhänger*innen der Sprechakttheorie, umso lauter ich das Ergebnis herausposanau übersetzt sich das in die Realität, oder was? Richtig albern ist dieses Prozedere vor allem dann wenn die als gegnerisch betrachtete Stadt in Führung liegt, oder gerade aufgeholt worden ist und das Commando-Sprechakt wider besseren Wissens, oder aus kindlichem Trotz, „0″ skandiert.
Ein Grauen ohne Ende!
Meine wahlweise: Pöbelei oder philosophische Überinterpretation der Stuttgarter Fanszene, die sonst nicht wirklich den Mund auf bekommen hat, wurde von Hajnal in der 42. Minuten wieder bestättigt und auch gleichzeitig beendet. Ein Teil von Les sans goûts schlotterten mittlerweile die Knie‘, denn wie auch wir haben diese ein Tippspiel am laufen – nur muss der*die Verlierer*in in Stuttgart verbleiben (Geisterbahn VfB21) – na ihr anderen Wettfreudigen, Lust den Einsatz zu erhöhen?
Die Halbzeit konnte zu kurzen Meet-and-Greetz genutzt werden, u.a. mit den Mafiosi von Sankt Pauli und einige versuchten noch die Hoffnung an ein revolte-artigen Umsturz à la Schweden – Deutschland aufrecht zuerhalten. Ein zauberschöner Gedanke!
In der 2. Hälfte konnte das Ruder dann aber auch nicht wieder ‚rum gerissen werden, zwar schienen die Boys in brown bemüht, schafften es aber nicht für Stuttgart tatsächlich gefährlich zu werden. Vieles verlief sich im Mittelfeld und vielen war schnell klar, dass das Spiel wohl nicht mehr gedreht werden könnte.
Seid unmöglich und feiert das unrealistische!
Richtig schön und in Erinnerungen bleiben wird mir die Reaktionen der Fanszene, wenn man in dem Spiel nicht als Sieger*innen heraus gehen kann, dann krönen wir uns selbst dazu. Was haben wohl die Menschen vor der Glotze gedacht, als unser Block 4 mal kollektiv und aus sich heraus völlig frei drehte und uns in Führung brachte und somit ein sehr kleines Stück Stuttgart zu etwas wunderschönem verwandelte! Etwas was man schon als kleine Unmöglichkeit loben kann. Auch Gesänge wie „wir haben keine Gegner mehr, schickt uns Barcelona her“ und die Betonung unserer Unschlagbarkeit bei einem 3:0 Rückstand in der 85. Minute ist und bleibt großartig! Dickes Merci!!!
St. Pauli kann halt überzeugen und der Verein ist halt der Sieger eines wunderschönen, aber leider leicht imaginären, Nicht-DFB Pokals (über die Umbenennung in „Fick‘ Dich DFB“-Pokal wird in letzter Zeit häufig debattiert).
Auch sonst fand ich die Stimmung in einer leider viel zu kleinen Gruppe vorne sehr gut und wusste an vielen Stellen zu überzeugen. Auch bei einem Rückstand und Rückschlag immer noch alles zu geben, zeichnet den Support des FCSP aus!
Einziger fade Beigeschmack sind für mich so ur-alt „Schlacht-Gesänge“, wie „wir fahren nach Berlin“ oder das eigentlich „niemand den VfB mag“ (außer die komischen Freggels vor einem, neben einem und sonst in der Stadt verteilt). Aber gut das wäre an dieser Stelle dann jammern auf sehr hohem Niveau – aber hey, Adorno ist ja nicht umsonst dabei!
Pyro und Fantasio!
Das zündelnd wird wahrscheinlich wieder ein fortlaufender Roman im Forum, nur soviel dazu: Pyro ist schick‘, Pyro sieht gut aus, Pyro hebt die Stimmung, Pyro zieht eine*n in einen schönen Bann, Pyro kann wirklich die Kurve nochmal zu allem bewegen und riecht auf eine (ein bisschen perverse Art und Weise) ganz gut – aber Sprechchöre wie „Pyrotechnik sind kein Verbrechen“ können von mir aus in Stuttgart bleiben – die finde ich höchstpeinlich.
Alles nur kritische Kritik, oder was?
Natürlich ist die Kritik dahinter nachvollziehbar, es sollte keine Stadionverbote gegeben gegen Personen die verantwortungsbewusst (d.h. in niemanden gefährdende Art und Weise) gezündelt haben, aber es gibt viele gute Gründe nicht an solchen Bündnissen zu partizipieren und die Kurve sollte belebt werden und nicht reglementiert. D.h. natürlich nicht das Sexist*innen, homophobe Idiot*innen, oder ähnlich Depperten einen Platz darin zusteht, jede*r sollte die Möglichkeit haben sich in seiner*ihrer Kurve einzubringen und dort Freak sein zu können. Rassismus, Homophobie, Sexismus, Antisemitismus und soziale Ausgrenzungen sollen darin eben keinen Platz haben – Bullen, Securties andere in Funktion, für das was sie für Sicherheit halten, auch nicht! – Zu dem Sprechchor fällt einem*r indes nur noch das Basch Cover #13 ein … kann ja jetzt jede*r mal im Archiv kramen!

Nach dem Spiel, welches vedient verloren wurde, kamen einige Spieler noch an den Zaun und beschenkten ein paar der angereisten Fans. Dies war auf jedenfall eine nette Geste, auch wenn wir schon in unserem Bericht zu Offenburg davor gewarnt hatten, das mythische Pokal-Trikot noch einmal aufzulegen – der endete ja tatsächlich in Runde 2. Aber schön das einige Fans die Shirts jetzt zu Hause hütten können, bevor sie verstauben. Auch wenn ich es kaum für möglich gehalten hätte, dass das noch möglich ist so cool wie die beiden sind, aber Schachten und Tschauner werden mir immer und immer sympathischer!
Als dann der PC nochmal anging um zu schauen wie die anderen Pokalspiele gelaufen sind und bei Facebook die Meldung blinkte von unserem magischen FC – bei 1860 wird alles wieder gut gemacht, musste ich ein bisschen schmunzeln.
Aber ich weiss genau, beim nächsten Spiel wird es einfach wieder so leicht über die Lippen gehen: „Ich liebe dich, ich träum‘ von dir!“
Jede Fahrt mit dem magischen FC und seinem Support ein Fest!

Danke an alle!
Insbesondere natürlich: Les sans goûts!